Einfach happy

Ob und wie man sich im Job verwirklichen kann, ergibt sich nicht zufällig. Was zählt, ist der Mut, Entscheidungen immer neu zu überdenken. Treffer nach drei Anläufen Als Severin Horner mit 20 Jahren die Schule verließ, lag ihm sein weiterer Lebensweg klar vor Augen: ein Jahr zum Bund und dann endlich Maschinenbau studieren. Weil der junge Mann aus Fürstenfeldbruck schon als Kind von Technik begeistert war, kam etwas anderes überhaupt nicht in Frage: "Maschinen bauen – das habe ich mir einfach klasse vorgestellt." Die Realität sah anders aus. Wider Erwarten macht ihm das Studium nicht nur keinen Spaß, er fühlte sich auch den Anforderungen nicht gewachsen. Nach vier Semestern kam das Aus: Horner hatte die Prüfung im Fach "Technische Mechanik" im dritten Anlauf wieder nicht geschafft. Was tun? Es war Ende Oktober, alle Lehrstellen waren schon vergeben. "Und überhaupt", so Horner heute, "ich hätte auch nicht gewusst, was ich lernen sollte." Da schien es, als käme ihm der Zufall zu Hilfe. An der Technischen Universität München waren noch Restplätze im Fach Informatik zu vergeben. Der gescheiterte Maschinenbauer griff zu – und hatte auch im zweiten Anlauf kein gutes Händchen: "Ich merkte schnell, auch das war nicht das Wahre für mich." Was danach kam, bezeichnet Horner heute als eine Phase "völliger Orientierungslosigkeit", die ihn so mitnahm, dass er beschloss, seine Berufswahl in professionelle Hände zu legen. Ein Workshop brachte es an den Tag: Der 29jährige braucht viel Abwechslung, schnellere Erfolgserlebnisse als andere und Druck, der ihn zu kontinuierlichem Arbeiten antreibt. Schockiert war er nicht. Severin Horner: "So etwas hatte ich zwar nicht erwartet, aber ich wusste sofort, dass es stimmte." Er wechselte zur Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Paderborn. Ein Vierteljahr Studium und ein Vierteljahr Praktikum in stetigem Wechsel, ständige Leistungsnachweise, keine Semesterferien und ein strenger Stundenplan waren für Horner genau das richtige. Anders als die meisten seiner Studienkollegen suchte er sich für jedes Praktikum ein anderes Unternehmen – und konnte so sogar seinen Wunsch nach Abwechslung in einen Pluspunkt in seinem Lebenslauf verwandeln. Gerade weil er schon während des Studiums gezeigt hatte, dass er sich schnell in ganz verschiedene Aufgeben und Unternehmenskulturen einarbeiten konnte, hatte Horner am Ende seiner Ausbildung kein Problem bei der Jobsuche. Er entschied sich für die KPMG Deutsche Treuhand–Gesellschaft, wo er heute für die Sicherheit von EDV–Systemen zuständig ist. Horner bleibt sich treu: "Ständig neue Herausforderungen und viel Abwechslung – besser hätte es für mich kaum kommen können."